Aktuelles / Pressemeldungen
Naturstein - Ausgabe 5/2007
Verleihung auf der Stone+tec:
Peter-Parler-Preis 2007
An Christian Späte aus Zeitz und an Marcus Golter aus Potsdam geht der Peter-Parler-Preis 2007
im Wert von zweimal 7 500 €. Einen Sonderpreis erhält die Münsterbauhütte Schwäbisch Gmünd.
Sechs Belobigungen werden ausgesprochen. Preisverleihung: am 7. Juni auf der Stone+tec.
Was das Steinmetzhandwerk für die Erhaltung und Ergänzung unseres Kulturguts leistet, bezeugen die Ergebnisse des Wettbewerbs um den Peter-Parler-Preis 2007. Die Jury erklärte zwei von 35 zu beurteilenden Arbeiten als preiswürdig: Als beispielhaft gelten dürfen die Restaurierung und Konservierung der Maßwerkfenster des Chorpolygons am Franziskanerkloster zu Zeitz durch Bildhauermeister Christian Späte sowie die Anfertigung neuer Schwibbogenreliefs am Stadtgottesacker in Halle a. d. Saale durch Bildhauer Marcus Golter. Späte hat in vorbildlicher Weise der Versuchung widerstanden, alles neu zu machen, hervorragend erhalten, was zu erhalten war und ein stimmiges Gesamtergebnis erzielt. Golter ist mit der Ergänzung noch vorhandener Reliefs eine sehr gute, eigenwillige Neuschöpfung im Stil der Zeit gelungen. Die Qualität der ausgezeichneten Arbeiten wurde vor Ort überprüft.
Geldpreise
Die Preissumme beträgt 15 000 €. Preisstifterin ist die Deutsche Stiftung Denkmalschutz; sie hat den Preis,
der alle zwei Jahre auf der Stone+tec verliehen wird, zusammen mit dem Bundesinnungsverband des Deutschen
Steinmetz-, Stein- und Holzbildhauerhandwerks ausgelobt.
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Peter Parler: europaweit ein Begriff
Peter Parler war Hauptmeister der Parler, einer weit verzweigten Baumeisterund Bildhauerfamilie des 14.
Jahrhunderts. Der Name »Parler« geht zurück auf die ursprüngliche Berufsbezeichnung »Parlier« = Stellvertreter
eines Bauhüttenmeisters, heute »Polier«. Der Wettbewerb wurde bewusst nach einem Meister benannt, der europaweit
gewirkt hat. Die Ausschreibung richtet sich an selbstständige Steinmetzmeister und Bildhauer. Ausgezeichnet
werden qualitativ hochwertige Arbeiten an Denkmalpflegeobjekten aus Naturwerkstein. Als preiswürdig gelten
sowohl Arbeiten, die von kreativ-handwerklichem, restauratorischem Können zeugen, als auch mit denkmalpflegerischem
Fingerspitzengefühl vorbereitete, fachgerecht durchgeführte und sorgfältig dokumentierte Konservierungsmaßnahmen.
Die Einbindung von externen Fachleuten wie Denkmalpflegern, Diplom-Restauratoren, Kunsthistorikern und
Naturwissenschaftlern zu Spezialfragen wird als positiv mitbewertet. Der Wettbewerb soll das Steinmetzhandwerk
dazu ermutigen, sich noch stärker im Bereich der Denkmalpflege zu engagieren und dabei die Grundsätze und
Qualitätsansprüche der amtlichen Denkmalpflege zu berücksichtigen. Außerdem soll der Preis die breite Öffentlichkeit
darauf aufmerksam machen, dass und wie Steinmetzen zur Erhaltung des Kulturguts beitragen.
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Preisverleihung
Die Preisverleihung findet am 7. Juni von 10.30 Uhr bis 12.30 Uhr im Rahmen der Stone+tec, NürnbergMesse in
Halle 1 / EventArea statt.
1. Preis (7 500 €):
Restaurierung der Maßwerkfenster des Chorpolygons der Franziskanerklosterkirche in Zeitz
Ausführung: Bildhauermeister Christian Späte, 06712 Zeitz
Aus der Bewertung:
Die Maßwerkfenster bestehen aus einem regional typischen, sehr verwitterungsanfälligen Sandstein und einem
Kalkstein unbekannter Herkunft. Jedes Fenster weist eine individuelle Gestaltung auf.
Der Zustand der neun Maßwerkfenster war katastrophal. Eine Restaurierung der Maßwerke im eingebauten Zustand
war ausgeschlossen. Der Sandstein war so stark verwittert und durch korrodierte Eisenteile gerissen, dass akute
Einsturzgefahr bestand. Die Werksteine wurden nummeriert, aufgemessen, unter Abstützen und Befestigen benachbarter
Steine gelöst und langsam demontiert. Auf dem Boden ausgelegt erfolgte die Sichtung und gemeinsam mit dem
Statiker die Entscheidung zum Umgang mit jedem einzelnen Werkstein. Bei der Beurteilung welche Werksteine
konserviert und wiederverwendet werden können, wo Vierungen und wo Neuteile unvermeidbar sind, war die Erfahrung
des Steinmetzmeisters besonders gefragt.
Die wiederverwendbaren Originalsteine wurden konserviert, aufwändig geklebt und armiert. Tiefe Auswitterungen
und Fehlstellen wurden mit Antragmörtel oder in Vierungstechnik geschlossen. Nur wenn keine andere Chance bestand,
erfolgte der komplette Austausch ganzer Werksteine. Die Neuteile und Vierungen wurden geschickt der restaurierten
Altsubstanz angeglichen. Beim Wiedereinbau der restaurierten und ergänzten Maßwerke musste hinsichtlich der
Passgenauigkeit bedacht werden, dass sich die Mauerkrone nach außen verformt hatte.
Christian Späte hat in vorbildlicher Weise die Grenzen seiner fachlichen Möglichkeiten ausgelotet, um möglichst
viel Originalsubstanz zu halten und sich selbst dem Objekt untergeordnet. Die Arbeit ist ordentlich ausgeführt.
Die Maßwerkfenster wirken nicht »totrestauriert«, sondern glaubwürdig und selbstverständlich als mittelalterliche
Steinmetzarbeit. Die ausgeführten Maßnahmen sind in einer Kartierung präzise festgehalten.
Dipl.-Rest. Dr.Arndt Kiesewetter
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Belobigungen
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Restaurierung, Konservierung und Neuanfertigung von Figuren am Landgericht zu Halle a. d. Saale
Ausführung: Margarete Späte von der Bildhauer- und Steinmetzwerkstatt Späte GbR, 04610 Meuselwitz
Begründung: Margarete Späte wird belobigt für ihre ordentliche Arbeit sowohl im Bereich der Konservierung als auch, was die Neuanfertigung betrifft.

Belobigung für Margarete Späte (Landgericht zu Halle)
Zu den durchgeführten Arbeiten:
Zu restaurieren waren die überlebensgroßen Skulpturen Justicia, Prudentia und Caritas sowie zwei in die
Fassade integrierte »Wilde Männer«. Die aus einem inhomogenen, grauen Kalkstein gefertigten Skulpturen zeigten
starke Rückverwitterungen und Fehlstellen. Bedingt durch die Befestigung der drei Skulpturen mittels großer
Eisendübel, die bereits stark korrodiert waren, wiesen alle drei Skulpturen kräftige Rostsprengungen und
Rissbildungen auf. Die drei überlebensgroßen Skulpturen wurden von Margarete Späte durch Kopien ersetzt.
Bei den in die Fassade integrierten »Wilden Männern« war dies nicht möglich. Hier erfolgte eine Konservierung
in situ. Die Originalskulpturen wurden leicht saniert und an einen sicheren Lagerplatz verbracht.
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Quelle: Naturstein - Ausgabe 5/2007
Internet: www.natursteinonline.com
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